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Deutsche Adler träumen von Olympia-Medaille
Martin Schmitt will in die Erfolgsspur zurück
Martin Schmitt will in die Erfolgsspur zurück

Adler im Aufwind: Nach dem ersten Weltcup-Sieg der deutschen Skispringer in Willingen seit fast exakt fünf Jahren reisten Martin Schmitt und Co. am Montag mit großer Zuversicht zu den Olympischen Spielen nach Vancouver. Doch trotz des umjubelten Sieges der Mannschaft am Sonntag und des dritten Platzes von Michael Neumayer im Einzelspringen am Samstag mahnt Bundestrainer Werner Schuster zur Vorsicht.

"Von einer Euphorie würde ich jetzt sicher noch nicht sprechen. Man muss auch sehen, dass große Teile der Weltspitze in Willingen nicht am Start waren", sagte Schuster, der die Leistungssteigerungen insbesondere von Neumayer und Michael Uhrmann mit Blick auf die mentale Verfassung der Mannschaft aber äußerst positiv bewertete: "Der Zusammenhalt im Team ist sehr stark. Das ist die Voraussetzung, um auch bei Olympia erfolgreich zu sein."

Uhrmann träumt von Edelmetall

Vor acht Jahren in Salt Lake City gewann das Team Gold bei Olympia. Der Sieg in Willingen ließ zumindest beim überragenden Uhrmann, der am Sonntag mit zwei Sprüngen über 141,5 m den Norwegern an der Mühlenkopfschanze noch den Sieg geklaut hatte, schon wieder olympische Gefühle aufkommen. "Es war ein richtig schönes Gefühl, mal wieder die deutsche Hymne zu hören. Das hatten wir ja schon lange nicht mehr. Jetzt wollen wir auch bei Olympia mit dem Team um eine Medaille mitspringen", sagte Uhrmann, der 2002 ebenso wie Vizeweltmeister Martin Schmitt in der Gold-Mannschaft stand.

Von einer Einzelmedaille sind die deutschen Skispringer, deren erster Wettkampf in Whistler am Samstag auf der kleinen Schanze stattfindet, trotz der Erfolge vom Wochenende aber noch immer meilenweit entfernt. Zwar wurde Neumayer im Einzelspringen Dritter, allerdings fehlten Konkurrenten wie der Weltcup-Führende Simon Amman (Schweiz) und der Finne Janne Ahonen. "Es wäre vermessen, von einer Einzelmedaille zu träumen", sagte auch Bundestrainer Schuster.

Schmitt nach Comeback voll Selbstvertrauen

Ein wenig Hoffnung machte Martin Schmitt. Zwar hatte der 32-Jährige bei seinen ersten drei Sprüngen in Willingen noch große Probleme mit dem Absprung, doch mit seinem letzten Satz im Teamwettbewerb über 139,5m scheint sich der Vorflieger im deutschen Team rechtzeitig zurückgemeldet zu haben. "Nach dem Wochenende in Willingen steigen wir mit reichlich Selbstvertrauen in den Flieger nach Vancouver. Wir sind als Mannschaft gut aufgestellt und werden bei Olympia unser Bestes geben", sagte Schmitt, der seine eigenen Chancen nicht überbewerten wollte: "Wir werden sehen, was am Ende rauskommt."

Die spannendste Frage für Schuster bleibt aber, ob seine Maßnahmen in der Olympia-Vorbereitung tatsächlich fruchten. Im Gegensatz zu den Österreichern oder Finnen setzte er darauf, die Teamtour komplett zu springen und so in einen Wettkampfrhythmus zu kommen.

"Es wird ein Aufeinandertreffen der Konzepte. Bei unseren Springern steigt die Form an. Wir sind total im Rhythmus. Bei Olympiasieger Thomas Morgenstern hat man dagegen gesehen, dass er zwar gerade erst wieder in den Zirkus eingestiegen ist und total aufgeruht daher kam, wir ihn aber weggeputzt haben", sagte Schuster.



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