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Diskuswerferin Müller nur EM-Achte
Nadine Müller hat in Barcelona enttäuscht
Nadine Müller hat in Barcelona enttäuscht

Sie zitterte, haderte und verzweifelte: Beim Nervenspiel um eine EM-Medaille fand Nadine Müller einfach nicht den richtigen Dreh. Statt des erhofften großen Wurfs im Diskusring erlebte die 24-Jährige aus Halle/Saale im Olympiastadion von Barcelona eine herbe Enttäuschung. Platz acht und ihre schlechteste Wurfserie seit langem standen für die Mitfavoritin am Ende ihrer internationalen Bewährungsprobe zu Buche.

"Ich hatte schwere Beine und bin nie richtig in den Wettkampf gekommen", sagte Müller, die wie mit den widrigen Windbedingungen deutlich schlechter als die meisten Konkurrentinnen zurecht kam: "Der Wind war sehr schwierig, es war manchmal richtig böig", meinte die WM-Sechte von Berlin. Mit indiskutablen 57,78 m lag sie am Ende exakt zehn Meter unter ihren beim Werfer-Cup in Wiesbaden erzielten 67,78 m, mit denen sie seit Anfang Mai die Weltrangliste anführt.

Müller kommt einfach nicht in Schwung

Die 1,93 m große Athletin mit der Spannweite von 2,06 m hatte ihre beste Weite im ersten Versuch erzielt, um danach ein ums andere Mal an ihren Nerven zu scheitern. "Sie muss sich erst mal finden und sich auf ihre Stärken besinnen", hatte ihr Trainer, der frühere Kugelstoßer Rene Sack, bei Halbzeit noch hoffnungsvoll gesagt. Doch sein Schützling kam auch nach dem Vorkampf nicht in Schwung: "Es hatte einfach nicht sollen sein. Aber ich stecke jetzt nicht den Kopf in den Sand, nächstes Jahr bei der WM werde ich wieder angreifen."

Als zweite deutsche Starterin kam Sabine Rumpf (Niederselters) mit 58,89 m auf den siebten Platz. "Der Wind kam von allen Seiten. Das war echt ein Problem", sagte die deutsche Vizemeisterin. Den EM-Titel holte sich mit dem letzten Wurf die erst 20-jährige Kroatin Sandra Perkovic mit 64,67 m. Zweite wurde mit 63,48 m die Rumänin Nicoleta Grasu, die schon in der Qualifikation am Mittwoch weiter als Müller geworfen hatte - da allerdings noch als einzige.

Hinter der drittplatzierten Polin Joanna Wisniewska (62,37) musste auch Athen-Olympiasiegerin Natalia Sadowa als Vierte (61,20) ihre Medaillenhoffnungen begraben. Die 38 Jahre alte Russin hatte wegen eines überhöhten Koffein-Werts ihr WM-Gold von Edmonton 2001 nachträglich verloren, nach einem weiteren positiven Dopingtest 2006 folgte eine zweijährige Sperre.