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| Beide Daumen nach oben: Betty Heidler bescherte dem DLV die nächste Goldmedaille |
Als ihr Hammer die Chancen der Konkurrenz buchstäblich zertümmert hatte, reckte sie die Arme in den Abendhimmel von Barcelona und ließ sich von 25.000 Zuschauern in der Olympiaarena für das zweite Gold ihrer Karriere feiern. Dann griff sich die rotblonde Betty die schwarz-rot-goldene Fahne und drehte ins Publikum winkend ihre Ehrenrunde. "Auf diesen Sieg hatte ich spekuliert. Die ganze Saison war sehr stabil. Ich wusste, ich musste nur meine Leistung abrufen. Das Optimum wäre eine Bestleistung gewesen. Aber was soll ich jetzt meckern, meinte die 25 Jahre alte Weltmeisterin von 2007 und WM-Zweite von Berlin. Selbstsicher hatte die Bundespolizistin zuvor schon verkündet: "Mein Ziel ist mindestens Silber." Und wer genau hinhörte, der wusste: Diese Frau redet Silber und meint Gold. Heidler hält Konkurrenz in Schach Betty Heidler hat sich binnen zweier Jahre von der wankelmütigen Athleten, die mehrfach als Favoritin scheiterte, zuletzt als Fünfte bei Olympia 2008 in Peking, zur zuverlässigsten Athletin der Werfer-Nation gewandelt. "Betty hat ihre Lektion gelernt", sagt Trainer Michael Deyhle schmunzelnd, der die gebürtige Berlinerin durch viele Täler nun zu neuen Höhen führte. Mit 75,92m hatte die "nebenbei" Jura studierende EM-Fünfte von 2006 im zweiten Durchgang die Konkurrenz geschockt. Als sich die wegen Dopings zwei Jahre gesperrte Ex-Weltrekordlerin Tatjana Lysenko (Russland) im vieten Versuch auf 75,65m steigerte, setzte Betty Heidler gleich eins drauf und steigerte ihre Saisonbestmarke im fünften Durchgang auf 76,38m. Damit näherte sie sich bis auf 74 Zentimeter ihrem letztjährigen Deutschen Rekord. Auch Anita Wlodarczyk, die Betty Heidler 2009 in Berlin das WM-Gold entrissen hatte, war nach Rückenproblemen mit 73,34m als Dritte chancenlos. Die Pleiten ihrer Werfer-Kolleginnen in Barcelona hatten sie unbeeindruckt gelassen. Sowohl das Scheitern ihrer Klubkameradin Katrin Klaas, die als WM-Vierte kläglich in der Qualifikation unterging, als auch Rang acht durch Diskus-Favoritin Nadine Müller und die klar verfehlten Medaillen im Kugelstoßen. "Ich lasse diese Dinge nicht wirklich an mich heran, sonst kann es der eigenen Leistung schaden. Ich besinne mich ganz auf mich, damit fahre ich erfolgreich", sagt die Frau, die selbst genug Fehlschläge erlebt hat. In Barcelona gab es für Hammer-Betty eine seltene Zugabe. Weil ihr Hammer die Spider-Cam berührt hatte, die Fotos von oben schießt, billigte ihr die Jury einen Extra-Wurf zu. |









































